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Kalium

Kalium ist für das Ruhemembranpotenzial unserer Zellen essentiell und für den menschlichen Organismus ein lebensnotwendiges Mengenelement. Der Serumkaliumwert sollte dabei zwischen 3,6-5,2mmol/l liegen. Wenn er deutlich darüber oder darunter liegt, kann es zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen.

Ursachen für Störungen im Kaliumhaushalt
Ein zuviel an Kalium kann z.B. durch eine übermäßige Zufuhr verursacht werden oder  durch Medikamente wie z.B. Ibuprofen, ASS, Diclofenac, Cotrimoxazol, Lithium und kaliumsparende Diuretika. Wenn eine Blutuntersuchung erhöhte Kaliumwerte ergibt ist es sinnvoll, eine Kontrolluntersuchung zu machen, da ein langes Stauen bei der Blutentnahme oder eine längere Transport- und Lagerzeit die Serumkaliumwerte ebenfalls ansteigen lassen.

Ein Kaliummangel kann hingegen auftreten bei starkem Schwitzen, Erbrechen und Durchfall oder durch eine erhöhte Kaliumausscheidung über die Nieren. Auch einige Medikamente können eine Hypokaliämie verursachen. dazu gehören z.B. Entwässrungstabletten (Diuretika), Antibiotika wie Clindamycin oder Aminoglycoside und auch Kortison. Andere Medikamente wie Insulin und Katecholamine bewirken eine Umverteilung des Kaliums vom Extrazellulärraum in die Zelle hinein. Dadurch  kann es ebenfalls zu einer Hypokaliämie kommen. Ein etwas seltenere Ursache ist die Substitution von Vitamin B12/Folsäure; bei makrozytärer Anämie steigen nach Gabe von B12 bzw. Folsäure die Retikulozyten an, was zu einem hohen „Kaliumverbrauch“ führt.

Symptome eines Kaliummangels
Über ein erhöhtes Ruhepotenzial führt eine Hypokaliämie zu einer verminderten Erregbarkeit. Klassische Symptome sind dabei Muskelschwäche,  Paresen, Herzrhythmusstörungen, Ermüdung, Verstopfung und häufiges Wasserlassen (Polyurie).

Symptome einer Hyperkaliämie
Über ein vermindertes Ruhepotenzial führt ein Kaliumüberschuss zu Herzrhythmusstörungen, Muskelzuckungen und Muskelschwäche, Paresen und Parästhesien.

Kalium in Lebensmitteln
Besonders reich an Kalium sind Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Tomatenmark, Pumpernickel, Kartoffeln, grünes Gemüse und Bananen.

Diagnostik
Es ist sinnvoll, die Kaliumwerte sowohl im Blut als auch im Urin zu messen. Mithilfe einer Blutgasanalyse kann zudem festgestellt werden ob eine metabolische Alkalose oder Azidose vorliegt.Im EKG zeigt sich bei einer Hypokaliämie eine Abflachung der T-Welle und bei einer Hyperkaliämie ein hohes „T“. Sowohl bei einer Hypo- als auch bei einer Hyperkaliämie kann es zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern kommen.

Therapie
Im Falle einer Hypokaliämie sollte die Ursache behandelt werden und Kalium substituiert werden. Da Kalium venenreizend wirkt ist eine orale Gabe, sofern möglich, verträglicher. Besteht eine Alkalose, ist Kaliumchlorid vorteilhaft. Im Falle einer Azidose Kaliumcitrat. Bei unzureichendem Anstieg kann auch eine gleichzeitige Magnesiumgabe sinnvoll sein, da die Na-K-ATPase magnesiumabhängig arbeitet.
Falls sich eine Hyperkaliämie auch in der Kontrollmessung bestätigt sollt auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Die Kaliumaufnahme über die Nahrung sollte reduziert werden und die Medikation überprüft und ggf. angepasst werden. Über Kationenaustauscherharze besteht die Mögichkeit, den Kaliumspiegel aktiv zu senken.
Kaliumwerte über 6 mmol/l stellen einen Notfall dar und müssen sofort behandelt werden.
In diesen Fällen können Calciumgluconat, Diuretika, Insulin bis hin zur Hämodialyse den Kaliumspiegel senken.